Welcher Hund passt zu mir?

23.06.2020
Ein Hund zieht ein
Bevor ein felliger Vierbeiner bei dir einzieht, solltest du dir darüber Gedanken machen, welcher Hund zu dir und deiner Lebenssituation passt.
Welcher Hund passt zu mir?

Bei rund 350 Hunderassen und tausenden Mischlingsmöglichkeiten ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Wir haben einen Frage-Leitfaden zusammengestellt, der dir Hilfestellung bieten kann:  

 

Warum möchtest du einen Hund?

Die Frage ist zwar simpel, grenzt den Kreis der potenziellen Kandidaten aber schon ein:

Suchst du einen treuen und ausgeglichenen Familienhund? Dann kommen vielleicht Yorkshire Terrier oder Pudel in Frage.

Bist du Jäger und schätzt einen aufgeweckten Begleiter? Wie wäre es mit einem DackelDeutsch Kurzhaar oder Weimaraner? Wobei einige Exemplare aus diesen Rassen nur für erfahrene Jagdhund-Halter zu empfehlen sind.

Möchtest du regelmäßig Hundesport wie Agility betreiben? Border CollieAustralian Shepherd oder Shetland Sheepdog sind intelligente und geschickte Sportpartner, die gefordert werden möchten.

 

Welches Temperament wünschst du dir bei deinem Hund?

Wie wir Menschen auch, haben Hunde ganz unterschiedliche Charaktere – wobei die Rasse dabei eine große Rolle spielt. Natürlich möchte jeder Hund individuell gefordert werden, doch einige Hunderassen – wie etwa Hüte- oder Jagdhunde – haben in der Regel ein quirligeres Temperament als Hunderassen, die schon von Natur aus ruhiger und gemütlicher sind. Bevor du dich also für eine bestimmte Hunderasse entscheidest, informiere dich vorab, welches Temperament dein zukünftiger Begleiter mitbringt.

 

Wie viel Zeit hast du zur Verfügung?

Ein Hund hat Bedürfnisse, die du in deinen Tagesablauf mit einplanen sollten. Denn einen Hund zu haben bedeutet nicht nur großes Glück, sondern auch einen Zeitaufwand, den man nicht unterschätzen sollte. Überlege dir daher, ob du neben den täglichen Gassirunden auch Zeit für ausgedehntere Spaziergänge hast. Je nach Temperament und Rasse brauchen Vierbeiner auch die Auslastung von Hundesportarten oder regelmäßige geistige Forderung in Form von Suchspielen oder Fährtenarbeit.

 

Wie viel Platz hast du zur Verfügung?

Auch deine Wohnsituation spielt bei der Wahl der geeigneten Hunderasse eine wichtige Rolle: Natürlich schätzt jeder Vierbeiner einen großen Garten und viel Natur drumherum – doch Hunde mit einem großen Bewegungsdrang ganz besonders. Mops oder French Bulldog geben sich hingegen mit weniger zufrieden. Bedenke auch, dass besonders bei großen Hunderassen das Treppensteigen im Junghundalter möglichst vermieden werden soll. Grundsätzlich gilt: Egal, ob Wohnung oder Haus – dein Hund sollte überall ein ruhiges Rückzugsplätzchen haben.

 

Haben Sie bereits Erfahrung mit Hunden?

Einige Hunderassen haben ein ruhiges Wesen, lassen sich relativ problemlos erziehen und verzeihen den einen oder anderen leichten Fehler – kurz: Sie sind typische „Anfängerhunde“. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Malteser oder Mops. Andere Rassen – wie etwa Dalmatiner, Siberian Husky oder generell Hüte- und Jagdhunde - sollten nur in erfahrene Hände abgegeben werden. Dann gibt es natürlich noch die sogenannten Listenhunde, die nur unter bestimmten Auflagen vergeben werden dürfen und für die ein Hundeführerschein nötig ist – dazu gehören unter anderem Bullterrier und American Staffordshire Terrier. Falls du dich für einen sogenannten Listenhund interessierst, informiere dich bitte unbedingt im Vorfeld darüber, welche gesetzlichen Vorgaben es an deinen Wohnsitz gibt, da sich die Regeln in den einzelnen Ländern und teilweise sogar auch in den Bundesländern unterscheiden.  

 

Wohin mit dem Hund während deiner Abwesenheit?

Bevor du dich für einen Hund entscheidest, solltest du dir deinen Tagesablauf genau anschauen: Was macht dein Hund, wenn du bei der Arbeit bist? Darf er mit dir ins Büro oder muss er womöglich alleine zu Hause bleiben? Denke dabei bitte auch an zukünftige Urlaube, die du ohne deinen Hund verbringst. Wenn alle Fragen beantwortet sind und Vorbereitungen getroffen wurden, fällt die Trennung auf Zeit leichter ?

 

Möchtest du einen jungen oder einen älteren Hund?

Jedes Alter hat seine Vor- und Nachteile: Welpen sind natürlich sehr niedlich und es ist schön den jungen Hund aufwachsen zu sehen und ihn ein ganzes Hundeleben lang zu begleiten. Aber für die Erziehung eines Welpen braucht es auch Zeit und eine ordentliche Portion Geduld. Ältere Hunde sind hingegen in der Regel schon besser erzogen, allerdings können sie auch mögliche „Altlasten“ mit sich bringen. Wer Senioren ein neues Zuhause bieten möchte, sollte sich darauf einstellen, dass auch die Altersgruppe der Golden Ager besondere Bedürfnisse hat.

 

Soll es ein Hund vom Züchter sein oder lieber aus dem Tierheim?

Bei einem Züchter hast du die Möglichkeit, deinen zukünftigen Fellfreund und die Mutter der Welpen ausgiebig kennenzulernen. Du kannst in der Regel sicher gehen, dass der junge Hund gut sozialisiert wurde. Bei Fragen steht dir ein seriöser Züchter immer gerne zur Seite. Das alles hat aber natürlich auch seinen Preis: Ein Rassehund vom Züchter kostet rund 800 Euro aufwärts.

Wenn du dich für einen Tierheimhund entscheidest, gibst du einem Vierbeiner, der es in seinem bisherigen Leben vielleicht nicht ganz so leicht hatte, ein neues und sicheres Zuhause. Bedenke dabei aber auch bitte, dass der Hund aufgrund schlechter Erfahrungen möglicherweise Ängste oder Aggressionen entwickelt hat, die es mit viel Geduld zu behandeln gilt.

 

Haben Sie noch weitere Fragen? Diese Blogposts zum Weiterlesen können helfen:

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Wir wünschen dir und deinem Hund einen tollen Start in ein gemeinsames Leben!