Hunde im Sommer – das ist kein einfaches Thema, denn manche Vierbeiner lieben die Wärme, während andere schon bei 25 Grad sichtlich kämpfen. Besonders in der Stadt stehen Hunde im Sommer vor einer großen Herausforderung. Was hilft wirklich an heißen Tagen? Und wann wird's für deinen Liebling gefährlich? Damit du die heißen Monate entspannt genießen kannst, bekommst du hier alle wichtigen Tipps für heiße Tage – von Biologie über Ernährung bis zum Notfall.
Hunde und Sommer – was die Biologie dazu sagt
Während beim Menschen mehrere Millionen Schweißdrüßen am ganzen Körper für Abkühlung sorgen, sitzt das einzige echte Schweißdrüsensystem der Hunde an den Pfoten, alles andere läuft über das Hecheln - ein Mechanismus, bei dem Wasser aus den Atemwegen verdunstet und so Wärme abtransportiert wird. Das funktioniert gut, hat aber klare Grenzen: Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit oder extremen Temperaturen kann der Körper überschüssige Wärme nicht mehr ausreichend abgeben – und aus sommerlicher Wärme wird für Hunde schnell ernsthafter Stress.
Dazu kommt: Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 37,5 und 39,0 Grad Celsius. Steigt sie auf über 40 Grad, spricht man von Hyperthermie, einem lebensbedrohlichen Hitzschlag - dazu weiter unten mehr.
Warum manche Hunde Hitze besser vertragen als andere
Genetik, Fell und Körperbau spielen eine große Rolle. Ein Neufundländer mit dichtem Fell speichert Wärme anders als ein kurzhaariger Weimaraner.
Welpen, Senioren und kranke Hunde sind generell empfindlicher. Und auch das Temperament entscheidet: Der energiegeladener Jack Russell Terrier, der trotz Hitze rennen will, überhitzt schneller als der gemütliche Mops – der allerdings anatomisch bedingt schon bei Zimmertemperatur mehr schwitzt.
Rassen im Check – wer leidet besonders unter Hitze?
Nicht alle Hunde reagieren gleich auf Sommerhitze. Drei Gruppen sind besonders gefährdet:
1. Brachyzephale Rassen – also Hunde mit flacher Schnauze wie etwa Bulldogge, Mops, Französische Bulldogge, Shih Tzu. Ihre verengten Atemwege machen das Hecheln ineffizienter, daher überhitzen sie deutlich schneller.
2. Nordische und Langhaarassen – wie Husky, Samojede, Chow-Chow, Berner Sennenhund und Leonberger. Ihr dichtes Fell ist nicht gemacht für heiße Temperaturen.
3. Ältere Hunde, Welpen und kranke Tiere – ihr Temperaturregulationssystem arbeitet weniger zuverlässig.
Besonders für Brachyzephale Rassen gilt: Im Sommer sollten intensive Aktivitäten im Freien konsequent auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden verschoben werden. Ein kühles, ruhiges Zuhause ist hier kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
Anzeichen erkennen: Wann leidet dein Hund unter der Hitze?
Du kennst deinen Vierbeiner am besten. Trotzdem lohnt es sich, diese Signale zu kennen – sie zeigen dir, wann Hitze zum Problem wird:
Starkes, schnelles Hecheln – deutlich intensiver als nach dem normalen Spaziergang
Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit – der Hund reagiert langsamer als gewohnt
Gerötete oder blasse Schleimhäute – besonders gut am Zahnfleisch ersichtlich
Speicheln über das normale Maß – zähflüssiger, übermäßiger Speichelfluss
Torkeln oder Koordinationsprobleme – ein ernstes Warnsignal
Erbrechen oder Durchfall – der Körper reagiert auf Überhitzung
Hund trinkt wenig im Sommer – paradoxerweise trinken manche gestresste Hunde auch weniger; achte daher aktiv auf die Wasseraufnahme
Zeigt dein Liebling zwei oder mehr dieser Anzeichen gleichzeitig, ist sofortiges Handeln gefragt.
Hitzschlag beim Hund: Symptome, Erste Hilfe und wann zum Tierarzt
Ein Hitzschlag, medizinisch auch Hyperthermie gennant, ist ein absoluter Notfall. Die Körpertemperatur steigt unkontrolliert, Organe können binnen kurzer Zeit Schaden nehmen.
An diesen Anzeichen erkennst du einen Hitzschlag:
Extremes, kaum kontrollierbares Hecheln
Glasige oder rote Augen
Bewusstseinseintrübung bis zur Bewusstlosigkeit
Zuckungen oder Krämpfe
So handelst du sofort:
Bringe deinen Hund sofort in den Schatten oder in einen kühlen Raum
Lege feuchte, kühle (nicht eiskalte!) Tücher auf Pfoten, Leisten und Nacken
Gib kleinen Mengen Wasser zum Trinken, ohne das Trinken zu erzwingen
Ruf sofort deine Tierarztpraxis an oder fahre direkt in die nächste Notaufnahme
Kühle deinen Vierbeiner auf dem Weg zum Tierarzt weiter aktiv
Wichtig: Kein Eiswasser oder Eiswürfel verwenden, da es die Blutgefäße verengt und die Kühlung verlangsamt. Kühles Leitungswasser ist daher die richtige Wahl.
Gassi gehen mit Hunden während der Hitze: Die besten Uhrzeiten im Sommer
Die wichtigste Regel für Spaziergänge im Sommer lautet: früh raus, spät raus – Mittag, wenn möglich, aussetzen. Konkret bedeutet das:
Morgens vor 8 Uhr – der Asphalt hat sich über Nacht abgekühlt, die Luft ist noch frisch
Abends ab 19 Uhr – die direkte Sonneneinstrahlung lässt nach, Temperaturen sinken
Zwischen 11 und 17 Uhr kann der Bodenbelag in der Sonne Temperaturen von über 60 Grad erreichen. Das reicht aus, um die Pfoten deines Vierbeiners zu verbrennen. Ein einfacher Test: Lege deine Handfläche fünf Sekunden auf den Asphalt. Ist er zu heiß für dich, ist er zu heiß für deinen Hund.
Natürlich lässt sich ein kurzer Gang zwischendurch nicht immer vermeiden. Beschränke ihn an heißen Tagen auf das Nötigste, wähle möglichst schattige Wege oder Wiesen und kehre anschließend wieder ins Kühle zurück.
Kurze Wege, langsames Tempo
Im Sommer gilt: Weniger ist mehr. Lieber kurze, ruhige Spaziergänge über den Tag verteilen als einen langen in der Mittagshitze. Vermeide Dummytraining, Agility oder intensives Spielen – auch wenn dein Hund das sehr gerne machen würde. Er überschätzt seine eigene Belastbarkeit, besonders an Hitzetagen.
Darf der Hund in der Sonne liegen?
Viele Hunde suchen sich selbst Sonnenplätze und dösen dort. Solange dein Vierbeiner jederzeit die Möglichkeit hat, in den Schatten zu wechseln, und frisches Wasser verfügbar ist, ist das kein Problem. Kritisch wird es, wenn keine Ausweichmöglichkeit besteht – wie im Auto oder in einem vollsonnigen Garten ohne Rückzugsort.
Abkühlung für Hunde im Sommer: Wasser, Schatten & Kühlprodukte
Wasser ist das wichtigste Kühlmittel. Stelle deinem Vierbeiner immer mehrere frische Wasserstellen bereit – drinnen und draußen. Viele Hunde trinken lieber aus großen, flachen Schüsseln als aus schmalen Behältern. Wechsle das Wasser mehrmals täglich, damit es kühl und frisch bleibt.
Diese Maßnahmen helfen zusätzlich:
Planschbecken oder flache Wasserwanne – viele Hunde stehen gern mit den Pfoten im Wasser und kühlen sich so effektiv ab
Feuchte Tücher – auf Pfoten, Bauch und Leisten legen; diese Körperstellen haben viele Blutgefäße und kühlen schnell
Kühlmatte – spezielle Gelmatten bleiben länger kühl und sind besonders für ältere Hunde komfortabel
Ventilatoren – jedoch immer indirekt einsetzen. Wichtig: Den Hund niemals direkt anpusten.
Gefrorene Eiswürfel – z. B. eingefrorenes Nassfutter als Sommertreats
Eines ist besonders wichtig: Lass deinen Liebling niemals in einem parkenden Auto. Selbst bei bewölktem Himmel und kurz geöffnetem Fenster steigt die Innentemperatur innerhalb von Minuten auf lebensbedrohliche Werte.
Nährstoffe für Hunde – was jetzt in den Napf gehört
Hitze verändert den Flüssigkeitsbedarf deines Hundes. Viele Vierbeiner fressen im Sommer etwas weniger – das ist normal, denn der Körper braucht weniger Energie zur Wärmeerzeugung. Trotzdem sollte die Mahlzeit hochwertig und leicht verdaulich sein.
Nassfutter oder Trockenfutter?
Nassfutter enthält viel Wasser und trägt damit direkt zur Flüssigkeitsversorgung bei. Das ist besonders wertvoll, wenn dein Hund im Sommer wenig trinkt.
Wie auch bei unserem Nassfutter setzen wir auch beim Trockenfutter auf frische Zutaten in Lebensmittelqualität und auf reduzierte, gut verträgliche Rezepturen.
Wenn du Trockenfutter verwendest, kannst du es mit etwas lauwarmem Wasser einweichen – das erhöht den Feuchtigkeitsanteil und macht es gleichzeitig weicher für ältere Hunde.
Was du im Sommer bei der Fütterung beachten solltest
Futter kühl und frisch anbieten, vermeide aufgewärmtes, stundenlang stehendes Nassfutter
Portionsgrößen leicht reduzieren – Hunde fressen im Sommer oft weniger, das ist völlig normal
Futter nicht in der Sonne stehen lassen, da insbesondere beim Nassfutter die Keimbelastung steigen kann
Ergänzend können wasserreiche Gemüsesorten wie Gurke, Zucchini oder Karotte als Snack angeboten werden.
Fazit: Aufmerksamkeit und kluge Planung machen den Unterschied zwischen einem stressigen und einem entspannten Sommer mit deinem Vierbeiner. Erkenne die Warnsignale früh, passe Gassi-Zeiten an die Tagestemperaturen an, sorge für ausreichend frisches Wasser und überlege, was du deinem Liebling in den Napf gibst. Frisches Nassfutter in Lebensmittelqualität – wie das von THE GOODSTUFF – unterstützt deinen Hund auch in der Hitze besonders gut.
Und falls du jemals unsicher bist, ob dein Hund zu sehr leidet: Kontaktiere deine Tierärzt:in. Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig. Denn einen entspannten Sommer haben – das verdienen du und dein Liebling gleichermaßen.
FAQ zum Thema Hunde und Hitze